Stellenanzeigen: Muss- und Kann-Anforderungen

In Stellenanzeigen werden Anforderungen und Kriterien genannt, die Bewerber erfüllen müssen. Nicht alle Anforderungen haben die gleiche Wichtigkeit. In der Regel wird zwischen Muss- und Kann-Anforderungen unterschieden. 

Wir möchten Ihnen mit diesem Ratgeber zeigen, wie Sie die unterschiedlichen Anforderungen unterscheiden können.

  • Die Muss-Anforderungen haben für die Personalentscheider die höchste Priorität. Ihre Erfüllung ist, auch in Zeiten des Fachkräftemangels, eine zwingende Voraussetzung für eine Einstellung.
  • Kann-Anforderungen haben eine deutlich geringere Priorität. Ihre Erfüllung verbessert die Chance auf eine Einstellung, wenn die Muss-Anforderungen erfüllt werden.

Bevor Sie Ihre Bewerbung absenden, sollten Sie Stellenanzeigen immer genau lesen und analysieren. 

Die wichtigsten Kriterien, die Bewerber erfüllen müssen, werden in der Regel zuerst genannt. Darunter folgen in hierarchischer Reihenfolge die Anforderungen und Qualifikationen, die weniger relevant aber wünschenswert sind.

Warum überhaupt Muss- und Kann-Anforderungen?

Für Bewerber können die unterschiedlichen Erwartungen in Stellenanzeigen verwirrend sein. Warum gibt es überhaupt diesen Unterschied zwischen Muss- und Kann-Anforderungen?

Im Vorfeld einer Stellenausschreibung definieren die Unternehmen in der Regel ein klares Jobprofil. Dies enthält die Anforderungen für die verschiedenen Hard- und Softskills. Das Anforderungsprofil wird dann in eine Stellenausschreibung “übersetzt”.

Grundsätzlich gilt: Kaum ein Kandidat erfüllt alle Kriterien in den Anforderungsprofilen. Der Rat geht vor allem an Frauen. Studien zeigen, dass sich Männer oft schon bewerben, wenn sie nur 40 Prozent der Muss-Anforderungen erfüllen. Frauen dagegen halten sich erst dann für eine geeignete Kandidatin, wenn sie nahezu allen Kriterien vollständig entsprechen.

Aktuelle Studien zeigen, dass die Unternehmen in der Regel Bewerber einstellen, die mindesten 60% der Anforderungen erfüllen. Auch wenn die Stellenanzeige nach eierlegender Wollmilchsau klingt: Bewerben Sie sich trotzdem, wenn es Ihr Traumjob ist!

Einer professionell aufgebauten Stellenanzeige können Sie auf den ersten Blick entnehmen, wen und was das Unternehmen sucht.

Wie erkenne ich Muss-Anforderungen?

Wenn Sie die Muss-Anforderungen nicht erfüllen, ist eine Bewerbung häufig zwecklos, es sei denn Sie lesen eine Formulierung wie: „oder vergleichbarer Abschluss“ beziehungsweise „vergleichbare Kenntnisse“. Mit diesen Synonymen werden oft Hard Skills (Ausbildung, Studium, Abschlüsse) umschrieben, die Sie mittels Zeugnissen nachweisen müssen.

Erkennen können Sie Muss-Anforderungen an diesen Formulierungen:

  • Perfekte Kenntnisse in ___ setzen wir voraus.
  • Berücksichtigt werden nur Bewerbungen mit ___.
  • Unbedingt notwendig sind Erfahrungen in ___.
  • Wir suchen einen Mitarbeiter mit guten Kenntnissen in ___.
  • Zwingend erforderlich ist Erfahrung in ___.
  • Sie verfügen über nachweisliche Erfolge im Bereich ___.
  • Eine abgeschlossene Ausbildung als ___ ist Voraussetzung.
  • Sie passen zu uns, wenn Sie ___ mitbringen.
  • Wir erwarten sehr gute Kenntnisse in ___.
  • Sie haben Ihr Hochschulstudium in ___ mit sehr guten Noten abgeschlossen.
  • Sie bringen Erfahrungen im Bereich ___ mit.

Wie erkenne ich Kann-Anforderungen?

Kann-Anforderungen sind entsprechend von geringerer Bedeutung. Unterschätzen sollten sie Bewerber dennoch nicht. Sie können ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn beispielsweise mehrere Bewerber über dieselben Muss-Anforderungen verfügen, aber nur Sie einen Großteil der Kann-Anforderungen abdecken.

Ebenso können Kann-Anforderungen einen Hinweis darauf geben, wohin sich der Arbeitgeber entwickeln will. Kandidaten, die solche Fähigkeiten mitbringen, passen damit perfekt zu den Zukunfts- oder Expansionsplänen. Kurz: Kann-Anforderungen können Jobchancen steigern und manchmal fehlende Muss-Qualifikation ausgleichen.

Erkennen lassen sich Kann-Anforderungen daran, dass sie deutlich weicher formuliert sind. Zum Beispiel so:

  • Erfahrungen in ___ sind erwünscht.
  • Von Vorteil sind Kenntnisse in ___.
  • Wenn Sie zusätzlich noch ___ mitbringen…
  • Grundkenntnisse im Bereich ___ runden Ihr Profil ab.
  • Erste Erfahrungen in ___ sind wünschenswert.
  • Idealerweise bringen Sie ___ mit.
  • Erwünscht sind Kenntnisse in ___, jedoch keine Bedingung.
  • Hinreichende Erfahrungen in ___ sehen wir gerne.
  • Ausbaufähige Kenntnisse in ___ sind von Vorteil.
  • Wenn Sie außerdem Kenntnisse im Bereich ___ bieten…
  • Zusätzlich freuen würden wir uns über ___.

In den obigen Formulierungen taucht häufig der Begriff „wünschenswert“ auf. Tatsächlich wissen viele Bewerber nicht, ob das Auswahlkriterium damit noch zu den Kann- oder schon zu den Muss-Anforderungen zählt. Meistens deutet der „Wunsch“ in der Formulierung auf ein Kann-Kriterium hin. Wenn etwas „erwünscht“ ist, ist es nicht notwendige Bedingung.

Trotzdem stehen solche Formulierungen manchmal ganz oben auf der Liste der Anforderungen. 

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