In welcher Branche gibt es die besten Jobchancen?

Haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht einen Job in einer neuen Branche zu suchen? Gerade zu Beginn des neuen Jahres stellen sich viele Fach- und Führungskräfte diese Frage.

Wir möchten Ihnen mit diesem Ratgeber einen Überblick geben, wie sich die Jobchancen 2022 in den unterschiedlichen Branchen darstellen.

Jobwechsel

Energie

Lage der Branche
Das Jahr 2021 war geprägt von Preissteigerungen in der Energieversorgung bei allen Energieträgern. Zudem kam es zu Insolvenzen bei den günstigen Anbietern, wie z.B. bei  gas.de. Der Strommix in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 konnte zu 43 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Generell hält der Trend zu erneuerbaren Energien an.

Chancen und Risiken
Mit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung wird eine Beschleunigung der Transformation von Deutschlands Wirtschaft hin zur Klimaneutralität angestrebt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird einen zusätzlichen Schub bekommen. Dadurch ergeben sich Chancen für Experten in dieser Branche.

Gehaltsspanne
Einsteiger: 43.000 Euro (Master), 62.000 Euro (Promotion)
Management etwa 45 Jahre alt: 80.000 bis 100.000 Euro für Teamleiter, 120.000 – 140.000 Euro für Abteilungsleiter

Automobilindustrie

Lage der Branche
Die Automobilbranche befindet sich seit Jahren in einem grundlegenden strukturellen Wandel. Während der letzten drei Jahre hat sich der Fahrzeugabsatz reduziert. Neben der Umstellung auf hybride und vollelektrische Antriebskonzepte hat der Chipmangel die Automobilbranche stark beeinflusst. Doch nicht nur die Entwicklung neuer Antriebe stellt die Branche vor eine Herausforderung, sondern auch die Entwicklung digitaler Plattformkonzepte.

Chancen und Risiken
Die Einstiegschancen sind in den klassischen Feldern der Fahrzeugtechnik – Fahrzeugbau, Maschinenbau – eher mäßig, wogegen in den Zukunftsbereichen E-Mobility, Assistenzsystem, Softwareentwicklung oder Elektronikentwicklung viele interessante Positionen für Experten angeboten werden.

Gehaltsspanne
Absolventen: 40.000 bis 75.000 Euro
Führungskräfte, circa 45 Jahre alt: 90.000 bis 150.000 Euro

Wissenschaft und Bildung

Lage der Branche
Die letzten zwei Jahre haben gezeigt: Das Wort der Wissenschaft hat in der gesellschaftlichen Debatte wieder mehr Gewicht. Insbesondere, wenn es um gesellschaftlich heikle Fragen geht, so sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse im Diskurs umso wichtiger. Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen werden in den Forschungsinstituten zum Kernthema der Erkenntnissuche gemacht und gewinnen an Relevanz. Um Forschung voranzutreiben und innovative Ideen in die Praxis zu überführen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Hightech-Strategie 2025 verabschiedet. Sie soll allen Akteuren im Innovationsgeschehen Orientierung geben und auch die Wirtschaft als starken Partner involvieren. Immerhin arbeiten rund 64 Prozent aller Forschenden in privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Chancen und Risiken
Innovationszyklen werden immer stärker verkürzt. Forschung wird immer weiter digitalisiert. Der Wissenschaftsbetrieb wird weiter internationalisiert. Damit entstehen Forschungsnetzwerke mit großem Potenzial. Häufig werden diese Netzwerke von Forschungsprojekten geprägt sein, die sehr international aufgestellt sind. Chancen ergeben sich vor allem für diejenigen, die mobil sind und einen mehrjährigen Forschungsaufenthalt in ihren Lebensentwurf einbauen wollen. Auch wenn im wissenschaftlichen Betrieb in den Forschungsinstituten häufig nach Tarif bezahlt wird, heißt dies nicht, dass keine internationalen Wettbewerbsstandards angelegt werden. Hier existiert ein doppelter Wettbewerb: einerseits mit exzellenten Absolventen aus Universitäten, die zunehmend in Asien liegen, andererseits mit globalen Konzernen, die fantastische Forschungsbudgets einplanen.

Gehaltsspanne (im öffentlichen Bereich)
Nach Promotion: 54.000 bis 60.000 Euro
Forschungsgruppenleiter: 78.000 bis 82.000 Euro

Gesundheitswesen/Pharma

Lage der Branche
Beschleunigt durch die Pandemie befinden sich alle Pfeiler des Gesundheitswesens im Wandel. Auch 2022 wird durch die Bekämpfung der Corona-Pandemie gekennzeichnet sein. Daraus resultieren vor allem Fragen zu Versorgungssicherheit und Optimierung der Produktion für die Pharma- und Biotechunternehmen. Die Herausforderungen im pflegenden Pfeiler des Gesundheitswesens sind große Personalengpässe. Im Pflegemarkt kaufen private Anbieter weiter kleine und mittlere Pflegeanbieter auf – insbesondere in der ambulanten Versorgung. Finanzinvestoren werden vermutlich weiter, insbesondere in der hoch spezialisierter ambulanten Intensivpflege, einsteigen.

Chancen und Risiken
Nach Bewältigung der kurzfristigen Herausforderungen der Pandemie bleibt die Personalgewinnung eine der größten Herausforderungen der Branche. Neben der Vergütung spielen auch die Themen Arbeitszeit und Belastungsintensität eine große Rolle. Insbesondere in der häuslichen Pflege wird Smart-Home-Technologie zur Erleichterung des Alltags, aber auch zur Prävention und Unfallvermeidung verstärkt Einzug halten. Das führt dazu, dass im Gesundheitswesen laufend neue Chancen, sowohl im Managementbereich als auch in operativen Rollen, entstehen.

Gehaltsspanne
Einsteiger: 45.000 bis 55.000 Euro (Private Anbieter)
Management etwa 45 Jahre alt: 90.000 bis 110.000 Euro für Teamleiter, 120.000 – 140.000 Euro für Abteilungsleiter (betrifft private Anbieter)

Ihr persönlicher Beitrag: Bei jeder Bewerbung sollten Sie sich vorab die Frage stellen welchen persönlichen Beitrag Sie für das jeweilige Zielunternehmen leisten möchten. Diese Information können Sie ebenfalls als einen Punkt in Ihrer Zusammenfassung auf dem Deckblatt aufnehmen.

IT und Telekommunikation

Lage der Branche
IT und Telekommunikation sind Profiteure der Krise. New Work, die Nachfrage nach digitalen Plattformlösungen und die digitale Transformation sorgen für eine anhaltend starke Nachfrage und starkes Wachstum.

Chancen und Risiken
Die Digitalisierung wird als Megatrend auch in den nächsten Jahren für anhaltendes Wachstum sorgen. Die IT Branche leidet seit Jahren unter einem Fachkräftemangel. Die Weiterentwicklung von Cloud Technologien, künstlicher Intelligenz, Blockchain etc. sorgen für einen steten Wandel der Anforderungen. Aber auch die gestiegenen Anforderungen an Cyber-Security und die Ablösung alter ERP Systeme sorgen für eine große Nachfrage und sehr gute Jobchancen. Für Einsteiger und Jobwechsler sind die Aussichten sowohl in der Telekommunikationsbranche als auch bei IT-Dienstleistern oder in IT-Abteilungen exzellent.

Gehaltsspanne
Einsteiger (Akademiker): 45.000 bis 60.000 Euro
Management circa 45 Jahre alt: 82.000 bis 180.000 Euro

Immobilienwirtschaft

Lage der Branche
Der Boom in der Immobilienwirtschaft wird sich aufgrund der dauerhaft niedrigen Zinsen und anhaltend hoher Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum auch 2022 fortsetzen. Anders bei Gewerbeimmobilien: Büros werden wegen Corona und Arbeit im Homeoffice weniger genutzt. Firmen verringern ihre Büroflächen, hybride Arbeitsmodelle werden wohl auch in Zukunft den Bedarf an Gewerbeimmobilien eher sinken lassen. Der Megatrend Nachhaltigkeit erfasst auch die Immobilienbranche, erste Unternehmen verfassen entsprechende Gutachten und verpflichten sich zur Klimaneutralität gemäß dem neuen deutschen Klimaschutzgesetz.

Chancen und Risiken
Für Berufseinsteiger und Experten, die gerne eine Branche im Umbruch mitgestalten, ist jetzt ein guter Zeitpunkt einzusteigen. Die großen Arbeitgeber in der Immobilienwirtschaft bieten attraktive Einstiegs- und Aufstiegschancen. Das Top-Management ist international ausgebildet, kapitalmarkt-affin und baut in den Stäben Nachwuchskräfte auf, die sich mit mannigfaltigen Aufgabenstellungen rasch entwickeln können.

Gehaltsspanne
Einsteiger (Akademiker): 40.000 bis 44.000 Euro. 
Management circa 45 Jahre alt: 90.000 bis 120.000 Euro.

Logistik

Lage der Branche
Die Logistikbranche in Deutschland hat die Folgen der Pandemie überraschend gut überstanden. Die Zeichen stehen bei vielen Unternehmen weiterhin auf Wachstum. Die Stärke des Sektors drückt sich auch in seinem Anteil am deutschen Bruttosozialprodukt aus: 2020 wurden Umsätze von rund 268 Milliarden Euro erzielt, womit die Logistikbranche an dritter Stelle hinter der Automobilwirtschaft und dem Handel steht. Grenzkontrollen, Lockdowns und die Folgen des Brexits werden die Logistikkonzerne in Europa wahrscheinlich auch in diesem Jahr in Atem halten. 

Chancen und Risiken
Die Digitalisierung spielt auch in der Logistikbranche eine herausragende Rolle. Die Verknüpfung der Daten über alle Stufen der Supply Chain bildet einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig steht die Branche dauerhaft unter einem hohen Kosten- und Wettbewerbsdruck. Für Einsteiger und Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen bietet die Logistik Branche gute Aussichten.

Gehaltsspanne
Einsteiger: 40.000 Euro – 55.000 Euro 
Management circa 45 Jahre alt: 50.000 bis 100.000 Euro für Teamleiter, 110.000 bis 140.000 Euro für Abteilungsleiter

Banken und Finanzdienstleister

Lage der Branche
Bislang sind die Finanzdienstleister gut durch die Pandemie gekommen. Die großen staatlichen Hilfsprogramme haben Kreditausfälle minimiert. Die Pandemie hat die digitale Transformation der Branche beschleunigt. Die Gewinner der Branche sind derzeit Zahlungsdienstleister, also Bezahldienste wie z.B. Paypal oder Klarna. Stark gewachsen sind auch die Online-Broker. Die klassischen Banken und Sparkassen dünnen ihr Filialnetz weiter aus. Neue (digitale) Player, die sogenannten Neo-Banken, wachsen dagegen zur Zeit sehr schnell. 

Chancen und Risiken
Finanzdienstleistungen sind als Berufsfeld weiter interessant, gerade weil sich die Branche so verändert. Die großen Finanzierungsrunden, beispielsweise bei N26 oder Trade Republic, zeigen das Wachstumspotential dieser neuen Angebote. Diese Dynamik im Markt bringt auch ein breiteres Spektrum an Anforderungsprofilen für Berufseinsteiger und Professionals mit sich, wodurch sich neue Möglichkeiten, auch für Quereinsteiger, ergeben.

Gehaltsspanne
Einsteiger: 40.000 – 100.000 Euro
Management circa 45 Jahre alt: zwischen 150.000 und 300.000 Euro

Maschinen- und Anlagenbau

Lage der Branche
Die mittelständisch geprägten Unternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus nehmen in ihren Segmenten eine führende Rolle auf den internationalen Märkten ein. Das Jahr 2021 war von einer deutlichen Investitionszurückhaltung der Kunden geprägt. Darüber hinaus schlugen sich die Auswirkungen der Covid-Pandemie mit Lieferketten Schwierigkeiten in vielen Ländern und weltweiten Lockdowns deutlich nieder. Für die Jahre ab 2022 wird eine Rückkehr auf den langjährigen Wachstumspfad erwartet. Trotz deutlicher Rückgänge des Geschäftsvolumens in den letzten beiden Jahren haben die Unternehmen die Zahl der Beschäftigten nur um etwa drei Prozent reduziert.

Chancen und Risiken
Für den Maschinen- und Anlagenbau gibt es eine Reihe von Zukunftsthemen, die neue und stabile Wachstumsfelder eröffnen: Vor allem der Klimaschutz und die Umstellung auf nachhaltige Produktionsmethoden sorgen für einen großen Wandel. Die Unternehmen konzentrieren sich dabei sowohl auf die Entwicklung neuer Produktgenerationen als auch auf die Transformation bestehender Anlagen und Systeme. Ebenso werden neue Geschäftsmodelle entstehen, die verstärkt auf Werterhalt und -steigerung von Maschinen und Anlagen über ihren Lebenszyklus abzielen. Dies führt aktuell zu Fachkräfteengpässen. Für Bewerber mit den passenden technischen Kompetenzen ergeben sich daraus spannende Karriereperspektiven.

Gehaltsspanne
Einsteiger: 45.000 Euro (Master), 60.000 Euro (Promotion)
Management circa 45 Jahre alt: 80.000 bis 100.000 Euro für Teamleiter, 120.000 bis 140.000 Euro für Abteilungsleiter

Handel

Lage der Branche
Im Einzelhandel in Deutschland arbeiten etwa drei Millionen Menschen, ungefähr ein Viertel davon sind geringfügig Beschäftigte. Die Branche befindet sich in einem strukturellen Wandel: Waren- und Kaufhäuser verlieren immer mehr an Bedeutung. Der Boom des E-Commerce ist der wesentliche Trend im Handel der vergangenen Jahre und hat auch im Jahr 2021 weiter zugenommen. Während der Corona-Pandemie hat der Einzelhandel durch viele Geschäftsschließungen sehr gelitten, ohne die damit einhergehenden Verluste durch E-Commerce-Umsätze kompensieren zu können. Ausnahmen galten zunächst nur für systemrelevante Zweige wie den Lebensmittelhandel und Tankstellen.

Chancen und Risiken
Der Digitalisierungsgrad im Handel wird sich 2022 weiter erhöhen. Hatte sich das Konsumverhalten der Verbraucher in den vergangen Jahren bereits zunehmend verändert, so hat die Pandemie auf diesen Trend wie ein Booster gewirkt. Wegen dieser Entwicklung stehen der Einzelhandel, Städte und Kommunen vor großen Herausforderungen. Sowohl der Einzelhandel als auch der Geschäftskundenbereich müssen Online- und Offline-Business so integrieren, dass die Kundenzufriedenheit hoch ist, gleichzeitig aber die Kosten gering bleiben, so dass nicht nur der Umsatz, sondern auch der Gewinn steigt. Für Experten mit fundierten Kenntnissen in allen Bereichen des E-Commerce ergeben sich im Handel aktuell sehr gute Jobchancen.

Gehaltsspanne

Einsteiger: 40.000 Euro – 55.000 Euro 
Management circa 45 Jahre alt: 70.000 bis 100.000 Euro für Teamleiter, 100.000 bis 120.000 Euro für Abteilungsleiter

Fazit:
In der deutschen Wirtschaft ist zur Zeit sehr viel in Bewegung. Damit entstehen auch zahlreiche neue Chancen für einen Jobwechsel.
Nutzen Sie diese und bringen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen im ersten Schritt auf Top-Niveau!

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